Behandlungspflege im Rahmen der Krankenversicherung (SGB V)

Das SGB V (Häusliche Krankenpflege § 37 1 2 fortfolgende SGB V) beinhaltet die Grundpflege, Behandlungspflege sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. Diese einzelnen Leistungsbereiche sind in den Rahmenverträgen sowie in den Verordnungsrichtlinien für Häusliche Krankenpflege nach § 92 Absatz 7 mit den Kostenträgern klare pflegerische bzw. krankenpflegerische Maßnahmen zugeordnet.

Das Leistungsspektrum beinhaltet die fachgerechte pflegerische Versorgung und sachgerechte Durchführung von verordneten Behandlungsmaßnahmen. Dazu gehört neben den üblichen Leistungen wie BZ- und RR-Kontrollen, im Weiteren die Durchführung individueller Behandlungspflegen nach ärztlicher Anordnung. Häusliche Krankenpflege wird durch den Haus- bzw. Facharzt verordnet und soll prinzipiell dazu dienen,

1. den Krankenhausaufenthalt zu verkürzen
2. Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und
3. das Ziel der ärztlichen Behandlung zu sichern.

Die Krankenkasse kann zusätzlich zu leistende Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung vorsehen und deren Umfang und Dauer bestimmen. Diese zusätzlichen Leistungen dürfen allerdings nach Eintritt von Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung nicht mehr von den Krankenkassen übernommen werden, da sie dann zum Aufgabenbereich der gesetzlichen Pflegeversicherung gehören. Voraussetzung: Im Haushalt leben keine Personen, die die Pflege im erforderlichen Umfang übernehmen können. Individuelle Behandlungspflege (spezielle Krankenpflege) kann verordnet werden für:

  • Medikamentengabe und Überwachung
  • Injektionen subcutan und intramuskulär
  • Blutzucker-, Blutdruck-, Gewichtsüberwachung
  • Versorgung von chirurgischen Wunden und Ulcus cruris
  • Prophylaxe und Behandlung von Dekubitalgeschwüren
  • Überwachen/Wechseln von Infusionen
  • Flüssigkeitsbilanzierung
  • Portversorgung einschl. Parenteraler Ernährung
  • Schmerzpumpenbetreuung
  • Überwachung von Drainagen
  • Versorgung von Magensonden und Kathetern
  • Absaugen der oberen Luftwege
  • Fistel-, Stoma- und Anuspraeter- Versorgung
  • Blasenkatheter und suprapubischer Katheter Pflege und Wechsel
  • Einläufe, Klistiere, Darmspülungen
  • Anlegen und Anziehen von Kompressionsverbänden und -strümpfen

Der Hausarzt stellt hierfür bei Notwendigkeit die Verordnung aus. Diese wird dann vom Patienten über den Pflegedienst bei der zuständigen Krankenkasse eingereicht und diese entscheidet darüber, ob die Leistung und damit die Kostenübernahme genehmigt wird oder nicht. Bei Ablehnung durch die Krankenkasse hat der Versicherte das Recht, einen Widerspruch zu schreiben und bei Ablehnung einen klagefähigen Bescheid zu verlangen.