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AstraZeneca - Infos zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen

Stand 19. Februar 2021. Wir aktualisieren diese Seite regelmäßig!
 

Aufgrund der aktuellen Diskussionen in den Medien stellen wir hier ein paar Informationen zum Impfstoff von AstraZeneca zusammen und geben in aller Kürze eine aktuelle Einschätzung der gängigen Kritikpunkte:

AstraZeneca ist nicht so wirksam

Im Vergleich ist das auf den ersten Blick richtig: Die Wirksamkeit  des Vektorimpfstoffes AstraZeneca liegt mit etwa 70 Prozent um gut 20 Prozentpunkte unter der Wirksamkeit der Impfstoffe von BioNTech und Moderna. Aber was heißt das genau? Es heißt, dass mehr Menschen trotz Impfung Symptome wie Husten, Fieber und Atemnot entwickelten, also Covid-19-Symptome zeigten. Aber von den 12.000 Probanden, die in vier verschiedenen Studien den Impfstoff erhielten, entwickelte nur ein Einziger einen schweren Verlauf, ohne jedoch ins Krankenhaus zu müssen. In der Vergleichsgruppe (ebenfalls 12.000), die den Meningokokken-Impfstoff oder Kochsalz erhielten, waren das acht, und sie alle mussten ins Krankenhaus. Im BioNTech-Testverfahren gab es ebenfalls einen schweren Verlauf. Aber hier gab es im Vergleich weniger Personen, die überhaupt Symptome entwickelt haben. Fakt ist: Im Hinblick auf schwere Verläufe/Krankenhauseinweisungen schneiden alle derzeit in der EU zugelassenen Impfstoffe gleich gut ab. Und mit der Zweitimpfung steigt auch die Wirksamkeit von AstraZeneca gegen alle Covid-19-Symptome auf über 80%.

Sehr treffend bringt das der amerikanische Infektiologe Lawrence Corey auf den Punkt: "Gegen was wollen Sie eigentlich bei Corona geimpft werden? Wollen Sie einen Impfstoff, der Sie vor Husten schützt oder wollen Sie einen Impfstoff, der Sie vor dem Tod bewahrt?"  

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-02/astrazeneca-corona-impfstoff-wirksamkeit-infektionsschutz-biontech-moderna

AstraZeneca Spritze

AstraZeneca wirkt nicht so gut gegen Mutationen

Auch hier lohnt ein genauer Blick. Im Hinblick auf die Südafrika-Mutation scheint das so zu sein (hier wird gerade eine Anpassung entwickelt), aber nicht im Hinblick auf die britische Variante. Letztere vermehrt sich extrem stark: von 6% vor zwei Wochen auf jetzt 22%, eine Verdoppelung von Woche zu Woche. Die Südafrika-Variante ist derzeit nicht relevant in Deutschland (stabil bei 1,5 %).  Es kursieren immer viele Mutationen, aber vor den Varianten, die zurzeit die Hauptrolle in Deutschland spielen, schützt AstraZeneca sehr gut. Zudem lässt sich der Impfstoff auch schnell an die neuen Virusvarianten anpassen.

https://www.ndr.de/nachrichten/info/76-Coronavirus-Update-AstraZeneca-Impfstoff-besser-als-sein-Ruf,podcastcoronavirus288.html#KommunikationAstraZeneca

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/impfstoff-wirksamkeit-101.html

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/121049/SARS-CoV-2-Britische-Variante-hat-Mutation-E484K-der-suedafrikanischen-Variante-uebernommen

AstraZeneca macht massive Nebenwirkungen

Das hat Schlagzeilen gemacht: Nach der Impfung mit AstraZeneca fielen ganze Belegschaften in Krankenhäusern aus, aufgrund von heftigen Impfreaktionen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Erschöpfung. Zeitweise wurde aufgrund dessen sogar die Impfung eingestellt. Der Hersteller reagierte ungeschickt: Das sei alles erwartbar gewesen. Inzwischen haben sich zwar die Diskussionen etwas beruhigt und auch Schweden impft wieder mit AstraZeneca, aber das Misstrauen ist trotzdem groß. Tatsächlich scheint die Erstimpfung mit AstraZeneca häufiger (aber eben auch nicht immer) eine stärkere Impfreaktion hervorzurufen, als man das gewohnt ist. Von Impfreaktionen wird aber auch bei den mRNA-Impfstoffen berichtet, hier meist bei der Zweitimpfung, und zwar mit der gleichen Quote und Heftigkeit. Sollte man die Impfung also ablehnen? Natürlich nicht. Der Schutz vor der potenziell tödlichen Covid-19-Erkrankung überwiegt die vorübergehenden Symptome klarerweise.

https://www.n-tv.de/wissen/Janssens-Astrazeneca-Impfstoff-wird-zerredet-article22370470.html

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/corona-astrazeneca-impfstoff-diskussion-wirksamkeit-100.html

https://www.tagesschau.de/inland/impfen-debatte-103.html

AstraZeneca ist ein Billigimpfstoff

Die belgische Staatssekretärin Eva De Bleeker hatte die Preise kurzzeitig „geleaked“:  Demnach kostet eine Dosis des Moderna-Impfstoffs umgerechnet rund 15 Euro, eine von BioNTech/Pfizer 12 Euro, eine von AstraZeneca nur 1,78 Euro. Das liegt nicht nur am Herstellungsprozess, sondern auch an der aufwändigen Kühlung, die vor allem beim BioNTech-Impfstoff nötig ist. Fakt ist: Wenn man eine ganze Bevölkerung durchimpfen will, kann man nicht nur auf Impfstoffe setzen, die bis kurz vor der Impfung auf -70 bzw. -20 Grad gekühlt werden müssen. Denn eine Flächenimpfung muss in Zusammenarbeit mit niedergelassenen ÄrztInnen erfolgen, und die haben in aller Regel nur gewöhnliche Kühlschränke in den Praxen. Das ist der große Vorteil von AstraZeneca: Man kann ihn lagern bei 2-8 Grad, und zwar lange genug, um realistisch damit in eine regelmäßige Massenimpfung einzusteigen, wie man sie beispielsweise von den jährlichen Grippe-Impfungen kennt. Denn noch weiß man nicht, wie lange die Immunisierung bei den Corona-Impfstoffen anhält. Vielleicht müssen wir uns auf wiederkehrende Impfungen einstellen, vielleicht wird es auch eine Kombinationsimpfung aus Vektor- und mRNA-Impfungen geben. Eins ist aber geklärt: Eine Impfung verspricht derzeit den besten Schutz. 

Fazit bleibt also: Mit jedem der drei derzeit in der EU zugelassenen Wirkstoffe wird die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Verlauf zu erleiden, annähernd auf null reduziert. Darum sollte man sich impfen lassen.

Linke Seite
AstraZeneca
Rechte Seite
Wirkweise von AstraZeneca

Abschließend noch allgemeine Infos zur Wirkweise von AstraZeneca: Es handelt sich um einen Vektorimpfstoff. Bei Vektorimpfstoffen wird das Genmaterial in harmlose Trägerviren eingebaut, die als Impfstoff injiziert werden. Der von der Universität Oxford entwickelte COVID-19-Impfstoff basiert auf dem Adenovirus Vektor ChAdOx1, ein Erkältungsvirus. Das zugrundeliegende Adenovirus 63 wurde aus Schimpansen isoliert. Der Vektor wurde gentechnisch verändert und ist im Menschen nicht vermehrungsfähig. Der Impfstoff enthält die genetische Information des SARS-CoV-2-Spikeproteins in voller Länge.

Hier finden Sie weitere Informationen und die Impfempfehlung samt Priorisierung.